Archiv für 26. Februar 2013

Noch eine Woche …

… bis zum Wahlgang! Die Regierung hat den 4. März zum Feiertag erhoben, damit jeder seine Stimme abgeben kann.

Gestern fand die zweite Live-Debatte im TV statt, an der alle Präsidenten-Kandidaten teilnahmen. Uhuru hatte zuerst verlauten lassen, dass er nicht käme. Kritische Stimmen meinten, er wolle sich zu den Themen ICC und Landbesitz nicht äußern. Seine Pressestelle ließ veröffentlichen, dass er so kurz vor den Wahlen seine Zeit besser für Wahlkampagnen vor Ort nutzen wolle. Ein eventuell künftiger Präsident, der sich den Fragen seiner Landsleute nicht stellen mag? Kurz vor knapp scheint er es sich anders überlegt zu haben und nahm dann doch teil.

Anders als vor 14 Tagen, als die erste "Elefanten-Runde" stattfand, griff man sich dieses Mal auch indirekt und direkt an. Ein echter Sieger ging aus meiner Sicht gestern allerdings nicht vom Podest. Ich finde, eigentlich kam niemand so richtig gut bei rum, möchte aber an dieser Stelle nicht werten oder gar polarisieren. Warten wir die nächsten Wahlumfragen ab.

In Mombasa hat man "leaflets" gefunden; Briefe in denen Kikuyu aufgefordert werden, die Küste vor dem 1. März zu verlassen. Das klingt nicht gut, kann aber auch eine Strategie sein, Kikuyus von der Urne fern zu halten. Hier werden keine Wahlscheine verteilt und man kann nur in dem Wahllokal seine Stimme abgeben, in welchem man auch registriert ist. Diejenigen, die also ihren Bezirk verlassen, werden ihre Stimme nicht abgeben können. Die Busunternehmen nutzen die Gunst der Stunde und die Ticketpreise nach Nairobi und in andere Gegenden sind sprunghaft angestiegen. Etliche Familien haben sich entschieden, Frauen und vorallem die Kinder nach Hause zu schicken.

Ukunda und Diani Beach sind nach wie vor ruhig. Im Nakumatt ist nichts von Hamsterkäufen zu bemerken und alles läuft seinen gewohnten Gang.

 

Noch 12 Tage …

… bis zu den Wahlen am 04.03.2013 – gemischte Gefühle – wer wird gewinnen? – bleibt es friedlich?

Ich habe mir vorgenommen, die nächsten Tage immer wieder zu berichten. Nicht nur für all die Interessierten, auch für meine Mutter und Freunde, die sich teilweise Sorgen machen, wie es uns in Kenia nun ergehen mag. Eines vorab: bis jetzt ist es in Diani ruhig und wir denken auch, dass es so bleiben wird.

Nichts desto Trotz habe ich ein paar Vorsorgemaßnahmen getroffen:

Zuerst meine Anmeldung bei ELEFAND (elektronische Erfassung Auslandsdeutscher) und in der Krisenvorsorgeliste aktualisiert und prompt auch eine Email mit Handlungsempfehlungen der Botschaft erhalten. Wichtig auch, einige Notrufnummern, falls es doch brodeln sollte.

Der Trinkwasservorrat ist aufgestockt. Langhaltbare Lebensmittel wie Ugali, Reis, Nudeln, Dosengemüse, getrocknete Bohnen und Erbsen sind eingekauft. Ausreichend Handyguthaben, ein kleiner Bargeldbestand und vorallem Benzin für das Auto und den Notstromgenerator ist eingelagert. Für Leute, die die Gegend nicht kennen, klingt das nun sicherlich entsetzlich. Man muss aber einfach anmerken, dass wir hier an Kenias Südküste abhängig sind von Lebensmitteln aus dem Inland. Die Südküste ist zudem nur mit der Fähre zu erreichen. Sollten also IRGENDWO zwischen Nairobi und Mombasa Probleme bestehen, klappt schnell unser Zulieferersystem zusammen und Supermärkte und Tankstellen sind wie leergefegt.

Nun läuft er also der Countdown – und für alle, die etwas tiefere Einblicke wollen, empfehle ich den Bericht der Konrad-Adenauer-Stiftung. Die begleitet in Kenia mit diversen Parteien die Verfassungsimplementierung und hat daher immer gute Einblicke. Meine Meinung: sehr empfehlenswert!

www.kas.de/kenia/de/publications/33539/